„Warum Sport?“ – Das könnte eine der Fragen sein, die aufkommen, wenn man sich unseren Blog anschaut. Schließlich sind wir Informatiker und die hocken bekanntlich nur vor dem PC. Also geht es hier doch bestimmt um digitalen Sport, oder? Die Antworten auf diese Fragen sind allerdings recht simpel:

  1. Ja, auch Informatiker machen Sport. Nicht alle, ja, aber auch nicht alle Hacker tragen Strumpfhosen über dem Kopf wenn sie sich in Systeme einhacken.
  2. Ja, auch Informatiker machen Sport. So leicht sind wir nicht in Schubladen zu stecken. Schließlich sind wir auch nicht alle böswillige Hacker.
  3. Und nein, ich meine echten Sport. Draußen. Unter Menschen. Nicht nur ein gekipptes Kellerfenster und die Olympischen Spiele in FullHD auf der PlayStation.

Die eigentliche Frage, weshalb Sport einem gut tut, ist manchmal nicht so leicht zu beantworten. Denn jeder treibt aus unterschiedlichen Beweggründen Sport. Ich könnte jetzt natürlich davon erzählen was einem Bewegung an der frischen Luft so bringt und welche Vorteile Sport für Körper und Geist hat. Das möchte aber vermutlich niemand hören, vor allem nicht, wenn man sich gerade zum ersten Mal nach zehn Jahren wieder für zwei Kilometer über unebenen Waldboden gequält hat. Die Füße schmerzen, die Lunge brennt, überall klebt der Schweiß und Durst hat man sowieso. Und dann rennt an einem schon das zweite Mal diese nervige, super sportliche Grinsebacke vorbei. Kann er so nett lächeln und grüßen wie er möchte. Am liebsten würde man dieser Person in einem solchen Moment die Pulsuhr vom Arm reißen und an Orten platzieren, an denen sogar die beste Bluetooth-Verbindung ihren Geist aufgibt. Denn da hilft einem der gute Vorsatz, dass man Sport nur für sein eigenes Wohl treibt, kein Stück weiter. Ich kenne dieses Problem und kann nur nahe legen: behalte das eigene Tempo und messe dich nicht an Anderen, die den Sport eventuell schon viel länger betreiben. Nutze den Ansporn für das Training, denn jeder hat mal so angefangen. Und irgendwann kriecht dir jemand auf dem Zahnfleisch hinterher und verflucht dich für dein Können. Kein Mensch zieht sich das erste mal Laufschuhe an und läuft einen Marathon in Bestzeit.

 

IMG_20160419_192100Sport sollte nicht getrieben werden um mehr essen zu können. Es ist zwar so, dass man den Stoffwechsel durch Sport ankurbelt und dadurch theoretisch mehr essen könnte, aber das sollte man nicht tun. Denn gerade wenn es sich hierbei um normalen Freizeitsport handelt, also maximal eine Stunde am Tag, so bedeutet dass, natürlich je nach Körpergewicht, eine Fettverbrennung von ungefähr 320kcal. Das ist einem Brötchen gleichzusetzen. Sportliche Erfolge kann man mit unbewusster Ernährung und vor allem Alkohol einbüßen und sich zusätzlich gesundheitlich schädigen. Ein Bier kann die Trainingserfolge von einer Woche zerstören. Krass, oder? Das heißt natürlich nicht, dass man nur noch Eiweißshakes in sich hineinkippen soll. Die Mischung machts! In den letzten Jahren heißt das: 80-20. 80 Prozent der Ernährung sollten gesund sein. Nicht zu Fett, keinen übermäßigen Zucker und keine Alkoholexzesse. Die anderen 20 Prozent kann man nutzen um das Lieblings-Fast-Food-Restaurant nach einer durchzechten Nacht oder an einem sonnigen Tag die Eisdiele aufzusuchen. Man muss sich jetzt also nicht nur von Salat ernähren und das leckere 600g RipEye Dry-Aged
verschmähen. „Bewusst ernähren“ bedeutet für mich, sich nicht mit allem ungesunden Essbarem vollzustopfen was einem vor die Ladeluke kommt. Ernähre dich doch einfach mal ganz normal! Frühstück, Mittagessen, Abendessen. Wenn die Lust auf etwas ungesundes kommt und man nachgibt ist das vollkommen okay und erwünscht! Aber sich nach dem Sport mit Essen zu belohnen ist der falsche Weg. Nur weil man drei Kilometer um den Block gelaufen ist, sollte man keine drei Tafeln und eine Tüte Chips als Beilage verdrücken. Klopf‘ dir auf die Schulter und sei stolz auf dich! Das muss reichen. Du bist schließlich kein Kind mehr, dass vom Zahnarzt der Behandlung ein Spielzeug bekommt, weil du ihm netterweise nicht auf die Finger gebissen hast.

Der andere Teil der Antwort zu „Warum sollte ich Sport machen?“ ist etwas philosophischer und nicht ganz so materialistisch. Ich hatte oben ja schon erwähnt, dass Sport einfach gut für deinen Körper ist. Das ist er! Versuch zwecklos dies abzustreiten! Und wenn du dich auf den langen Weg begibst, sportlich zu werden, dann wirst du sicher einige Male denken: „Der Typ von dem Blog hat doch gelogen, dass ist die Hölle!“. Tagelanger Muskelkater, mit Blasen übersäte Füße, aufgeschürfte Knie und Ellenbogen, blaue Flecken und umgeknickte Gelenke – das ist Sport. Und auch wenn du am Anfang noch über jede kleine Wunde, jede Blase, jeden schmerzenden Muskel fluchst, du wirst beginnen es zu lieben. Du wirst es vermissen. Die 25 Kilometer querfeldein durch den Wald, die 160 Kilometer auf dem Rennrad durch die gleisende Mittagssonne, oder die 10 Kilometer im überfüllten Schwimmbecken der örtlichen Stadtwerke. Den Muskelkater, weil er dich daran erinnert, was du geschafft hast. Diese kleinen Wunden und Kratzer von Wänden und Büschen, weil sie Geschichten erzählen, die du zu Hause auf der Couch einfach nicht findest. Sogar die Blasen an den Füßen von den neuen Schuhen die du dir nur für das Rennen geholt hast. Aber das ist dein Schmerz. Du hast ihn dir verdient. Und die Belohnung? Er lässt nach. Und mit jedem weiteren mal quälen werden die Schmerzen weniger und deine Grenzen schieben sich in die weite Ferne. Darum machst du Sport. Um über dich hinauszuwachsen. Um über gesetzte Ziele hinauszuschießen und einfach besser zu sein, als du es je erwartet hättest. Und wenn du genau das realisierst, dann weißt du warum du Sport machst.

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