Tag täglich werden Milliarden von Fotos und Videos über Instagram geteilt. Ich möchte mich mit meiner Behauptung nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, aber bestimmt 95% der Nutzer verbringen mehr Zeit damit 100.000 Selfies zu knipsen und diese dann mit Filtern so zu bearbeiten, dass man mit #nomakeup endlich gut, der #foodporn lecker und die Zeit mit Freunden nach #friends4life aussieht. Mich nervt diese Instagram-Misere schon lange. Aber ich tu’s trotzdem #shameonme. Man scrollt durch den eigenen Feed und sieht perfekte Leben mit perfekten Filtern, immer modisch gekleidete Vorzeigemütter, User die im Fitnessstudio leben und noch mehr Nutzer, die scheinbar hauptberuflich Instagramer sind. Gerade durch solche Bilder wächst der eigene Anspruch ästhetische Fotos in eine Welt zu schicken, die falscher nicht sein könnte. Natürlich mit einer 30 minütigen Bearbeitungsphase. Von den Kommentaren fange ich erst gar nicht an. Aber mal ehrlich: egal ob fishing for compliments oder nahezu Mobbing: Das ekelt mich alles an. Und was das sowieso für unsere Gesellschaft bedeutet, würde meinen Rahmen sprengen. Aber darauf gehe ich früher oder später bestimmt mal ein.

Doch vor kurzem erhielt ich eine Nachricht von Domme: „Ey, hast du Beme?“. Wat soll ich haben?

Kann eine Welt ohne Filter eine ansehnliche Welt sein?

Jeder hat natürlich eigene Ansprüche an die virtuelle Welt. Die Einen möchten nur schöne Fotos auf Pinterest pinnen, die Anderen interessieren sich tatsächlich für den Menschen hinter der Kamera und das Leben, das derjenige führt. (Unter uns gesagt ist das schon etwas beängstigend.) Die Grundidee von Instagram fand ich schon immer schön: man kann andere am eigenen Leben teilhaben lassen. Da tut doch der ein oder andere Filter nicht weh, oder? – Nun ja. Nein. Vielleicht. Aber Filter verschleiern ja das echte Leben eher.  Neben den Filtern kann eine massive Bildbearbeitung stattfinden: zuschneiden, Unschärfe und viel mehr sorgen dafür das festgelegt wird, was und wie man als Follower etwas sehen soll. Nichts ist echt, alles ist nur Schein.

instagramfilter

Mit wenigen Klicks kann man aus wirklich allem ein Beautyfoto zaubern. Natürlich mit ohne Filter.

Beme zeigt das echte Leben.

Bei Beme werden Videos aufgenommen, in dem man das Smartphone an den Kopf oder auf die Brust legt. Es wird aufgenommen, was der User gerade wirklich vor sich sieht. Sobald man das Handy vom Körper entfernt wird das soeben aufgenommene Video direkt hochgeladen. Ohne Vorschau. Ohne Zuschneiden. Ohne Filter. Und ohne einen Kommentar dazu abgeben zu können.

Beme

So geht’s: Smartphone an den Körper halten und die Aufnahme startet.

Ich muss zugeben, dass es zu Beginn sehr gewöhnungsbedürftig ist. Aber schließlich geht es nicht darum besonders schön auszusehen, den perfekten Bildausschnitt zu teilen, sondern das echte Leben zu zeigen wie es ist und wie ich es durch meine eigenen Augen gerade wahrgenommen habe. Zusätzlich dazu denkt man eher darüber nach, ob sich das Teilen des Augenblicks wirklich lohnt. Man macht keine 1.000 Fotos mehr von ein und derselben Sache. Keine ewig andauernden Bearbeitungszeiten mehr. Kein Gegrübel, was man jetzt unter das Bild schreibt. Und an Stelle von Kommentaren kann man mit einem Foto auf einen Post reagieren. Das bedeutet nicht nur ein enormes Zeitersparnis, sondern weniger Hater. Klingt also nach einer schönen, virtuellen Welt komplett ohne Hasskommentare und vorgaukeln falscher Tatsachen.

Es kann also mehr Zeit in wichtige Dinge investiert werden: Leben & glücklich sein. Was haltet ihr von Beme?